Finaler Render

Alternate Realities, das ist der Wettbewerbs-Titel des VFX Künstlers Clinton Jones a.k.a. Pwnisher, auf den ich Anfang Juni gestoßen bin. Also auf den Wettbewerb, Clint abonniere ich schon länger. Die Idee dahinter ist es, um eine vorgegebene Animation und ein Objekt eine Szene zu bauen – und am besten eine Geschichte zu erzählen – sodass sich durch das aneinander schneiden der Clips eine Reise durch zig verschiedene Realitäten ergibt. Es gab bereits in der Vergangenheit eine Ausgabe mit dem selben Prinzip, damals hieß es Parallel Dimensions.

Die animierte Person und die Kugel sind vorgegeben. Die Ausgestaltung liegt beim Künstler.

Ich wusste also, worauf ich mich einlasse. Dachte ich zumindest. Meine erste Idee war ein Space-Ritter, aber nicht wie Jedi, die ja irgendwie auch Space-Ritter sind, sondern mehr im Hellgate: London Stil. Nur halt spaciger. Aber da sprang der Funke noch nicht über. Welche Geschichte erzählt das über den Schauwert hinaus? Die zweite Idee war dann von Herr der Ringe inspiriert, um den wahren Ringträger zu würdigen. Der wie wir alle wissen Samwise heißt. Unter dem glühenden Auge Saurons zerrt der beherzte Hobbit also den Einen Ring durch Mordor. Das finde ich gut.

Die nächsten vier Wochen waren dann geprägt von wilden Sprüngen zwischen Euphorie und Verzweiflung. Der Grundaufbau in Blender war relativ einfach, bald schon zog die graue Figur einen Ring durch die Ödnis von Mordor. Aber dann folgte der schwierige Part: Sam muss wie Sam aussehen, der Ring soll an einer Kette gezogen werden, die sich möglichst realistisch bewegt und zu guter letzt Saurons brennendes Auge. Ich könnte mir die Haare raufen, aber das bringt sie ja auch nicht auf Sams Kopf. Also was tun?

Der untexturierte Blick hinter die Kulissen.

An dieser Stelle möchte ich unbedingt die Lazy Tutorials von Ian Hubert empfehlen. Wenn man die Bedienung von Blender begriffen hat, öffnet Ian einem die Augen, wie man diese ganzen Funktionen auch zielführend anwenden kann! Den letzten Feinschliff gab es schließlich in After Effects. Hier habe ich noch Funken und Staub hinzugefügt und besagtes Auge animiert.

Anfang Juli ist es dann so weit: Nach geschätzt 60 Stunden Arbeit ist mein Wettbewerbsbeitrag fertig und eingereicht. Kommenden Samstag ist die Auswertung und ich bin schon sehr gespannt, was die über 700 anderen Teilnehmer erstellt haben.

Finaler Render
Das finale Ergebnis
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Written by Nico Rüter | Hermelin
Mediengestalter Bild/Ton | Compositing Artist | Editor | Gründer Hermelinfilm