CYOP 99

Was definitiv nach einem verdammt coolen Sci-Fi Blockbuster klingt, war der Arbeitstitel unseres Jahreskick-Offs: Den 99 Fire Films Awards.
Die Regeln sind denke ich hinreichend bekannt, man hat 99 Stunden Zeit um einen 99 Sekunden Kurzfilm zu produzieren. Zu Beginn des Countdowns wird das Thema verraten, mittlerweile zuverlässig das Motto des Sponsors. Der Sponsor stellt SUVs her (Buuh!) und hat das wenig kreative Motto „Create Your Own Path“. Also wohin mit so viel Spielraum?

Tag 1 – Die Idee

Am ersten Tag suchen wir den Geistesblitz, der eine, der uns zu Ruhm und Ehre genügen wird. Wir sind so kreativ wie selten, haben locker vier, fünf Ideen, aber immer wieder kommen wir an den Punkt, an dem die Story zu gut ist um sie in 99 Sekunden zu quetschen. An dieser Stelle vielen Dank an Fire Films für die Ideenschmiede! Letzten Endes haben Malte und ich zwei Geschichten, die wir in der Zeit erzählen können und wollen. Das Abstimmungsergebnis im Team fällt auf den Vorschlag, der später als Dein André bekannt sein wird.

Tag 2 – Die Vorproduktion

Freitagmorgen fängt die Vorproduktion an. Die weibliche Hauptrolle übernimmt Nadine Egbringhoff aus unserem Team. Als männliche Nebenrolle verpflichten wir Hermelins Robert, der bereits in Infiniti in der „Rolle des Mannes“ überzeugen konnte. Zu guter Letzt brauchen wir einen Schauspieler, der die männliche Hauptrolle des Podcasters André übernehmen soll. Die meisten Anfragen laufen ins Leere: Zu kurzfristig – verständlich. Nachmittags finden wir aber über drei Ecken und Kontakte Philipp Abresch, der sich als unsere Traumbesetzung herausstellen soll. Mann, was für eine Stimme!
Jetzt noch den groben Drehplan schreiben und wir sind fertig für heute.

Philipp Abresch spielt „André“

Tag 3 – Der Dreh

Schwer bepackt mit der kompletten Ausrüstung verlasse ich am Morgen das Haus. Die Idee, am Donnerstag das gesamte Euipment bei mir zu testen und am Samstag bei Malte und Robert zu drehen, war nicht durchdacht. Aber gut. Mit viel Elan und leichter Verspätung beginnen wir die Dreharbeiten. Fünf Drehorte an diesem Tag müssen abgeklappert werden. Zwölf Stunden sind dafür kalkuliert. Ein Plan, bei dem sich jeder Produktionsleiter die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würde. Oder reiben, wenn er Werbung produziert.
Per Instagram dokumentieren wir unseren Fortschritt und posten damit die erfolgreichste Story des Hermelins (so far). Versteht hier irgendjemand diesen Social-Media-Kram? Wir nicht …

Tag 4 – Der Schnitt

Der Sonntag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück und der Einrichtung der Edit-Suite. Da wir im Schnitt zwingend auf die 99 Sekunden beschränkt sind, beginnen wir die Story von hinten zu schneiden. Erst wenn der Twist sitzt, macht der Rest Sinn. Zusätzlich müssen noch das Sounddesign und die Farbkorrektur gemacht werden. Den ganzen Tag verbringen wir im Edit-Keller, bis wir um Mitternacht endlich rendern können. Eine halbe Stunde später ist das Gesamtwerk auch eingereicht und der Druck fällt von uns ab. Endlich Feierabend! Auf Instagram trudeln immer neue Nachrichten ein, dass andere Teams nun zu schneiden anfangen…

Hermelins Malte Pell im Schnitt

Tag 5 – Abgabetermin

Hast du nicht gelesen? Wir haben heute Nacht schon abgegeben. Wer Montagmorgen noch arbeitet hat definitiv falsch disponiert. Tatsächlich bin ich erstaunt, dass dieser Mythos des 99 Stunden durcharbeitens gepflegt wird. Das ist ja Quatsch. Hier ist der Film, wir haben alle trotzdem gut geschlafen, Danke. Nun warten wir auf die Jury und freuen uns auf die vielen Filme der Mitbewerber.

Tag 6 – Das Warten beginnt

Wie Eingangs bereits erwähnt haben wir bereits mehrere Ideen für die Zukunft in unseren Köpfen schwirren, die noch zu Papier gebracht werden müssen. Alleine unter diesem Aspekt hat sich die Teilnahme für uns absolut gelohnt. Alles weitere ist die Kür.

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Written by Nico Rüter | Hermelin
Mediengestalter Bild/Ton | Compositing Artist | Editor | Gründer Hermelinfilm