Endlich mal wieder im Kinositz hängen geblieben

2013 war mein letztes (akkreditiertes) Filmfest in Hamburg. Ich kam grade nach Hamburg, habe meine Ausbildung begonnen und als Goodie gab es eine praktische Umhängetasche. Fünf Jahre später ist diese Tasche aber auch schon ziemlich durch, also Zeit sich um eine neue Akkreditierung zu kümmern. Außerdem soll man als frisch gebackener Selbstständiger ja viel Zeit haben (Ha!).

14 Filme habe ich an insgesamt 7 Tagen geschafft. Dabei war alles vertreten von „zwölf Mittags bis neun Abends im Cinemaxx festsaugen“ bis zu „nach der Spätschicht noch schnell einen Film mit Überlange“. Und es waren überwiegende gute Filme! Im Arthouse Kino darf man dafür schon mal drei Kreuze machen. Mehr sind es leider auch beim Social Media Bingo nicht geworden, das ich, wenn ich den Hashtag verfolge, wohl als Einziger gespielt habe. Egal, denn es spiegelt ganz wunderbar wieder, wie kosmopolitisch das Filmfest Hamburg ist: Filme aus aller Welt aber kein Happy End…
Ein wenig Ärgern tut mich die Sache mit dem Bingo dennoch, ich hätte einfach am roten Teppich auf Jamie Lee warten sollen.

Festzuhalten ist an dieser Stelle: Je künstlerischer der Film, desto weniger werden Tonblenden gewürdigt. Da wird einfach in die Spur gehackt als gäbe es kein Wiedersehen, entschuldige, -hören. Es tut niemandem weh, unauffällig einen Ton zu blenden. Das Gegenteil schon. Das muss einfach mal gesagt werden.

Das Fazit meines persönlichen Filmfestes ist jedoch allem Gemecker zum trotz wieder überaus positiv. Es war einfach eine großartige Bandbreite von Geschichten aller Art, abseits von blockbustertypischen Schwarz-Weiß Zeichnungen. Überall tragische Figuren zum mitfühlen und mitleiden, ach, ich steh einfach auf das Melancholische.

Und wer sich jetzt fragt, was ich da eigentlich alles geguckt habe, findet es in folgender chronologischen Liste:

Yay – kann ich jedem empfehlen
  • Another Day of Life
  • I Do Not Care If We Go Down In History As Barbarians
  • Firecrackers
  • Die Affäre Borgward
  • The Favourite
  • Those Who Work
  • Kaisersturz
  • In Love and War
  • Verachtung
  • Loro
Nay – warum tu ich mir das immer wieder an?
  • A Violent Desire for Joy
  • We, The Dead
  • The Raven and The Seagull
  • Champagner & Macarons – Ein unvergessliches Gartenfest

 

Mein Wermutstropfen: Den brasilianischen Sol Algeria, ein trashiger Roadmovie, hätte ich nach der Trash-Perle Once There Was Brazilia vom letzen Jahr gerne gesehen, aber zeitlich nicht geschafft. Vielleicht eröffnet sich die Chance noch Mal. Denn abgefahrene Geschichten mit wenig bis gar keinen Mitteln umsetzen, davor kann man sich nur verneigen!

Alles in allem freue ich mich aufs Filmfest im nächsten Jahr, dann nehme ich mir auch wirklich den ganzen Zeitraum frei. Und dann bekommt mich auch niemand mehr aus diesen Sesseln raus. Außer um das Kino zu wechseln. Und wenn doch noch jemand Bingo mitgespielt hat, sagt mir doch bitte Bescheid wie es bei euch gelaufen ist.

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Written by Nico Rüter | Hermelin
Mediengestalter Bild/Ton | Compositing Artist | Editor | Gründer Hermelinfilm